Hier das Interview mit „Wie viele sind hinter Gittern“ zur Knastmedizin.
Inwiefern unterscheidet sich die Medizin vor und hinter den Mauern?
https://www.freie-radios.net/104073
Hier das Interview mit „Wie viele sind hinter Gittern“ zur Knastmedizin.
Inwiefern unterscheidet sich die Medizin vor und hinter den Mauern?
https://www.freie-radios.net/104073
Die Quarantänestation
Die gern genommene Abkürzung
Das Problem der Aerosole
https://freedomforthomas.wordpress.com
http:// www.freedom-for-thomas.de
Nach so manch dramatischen Ereignissen in der Freiburger Sicherungsverwahrung, darunter ein mögliches Giftattentat, heute etwas aus der humoristischen Rubrik.
Der noch zu den jüngeren Insassen der SV zählende Fritzi (Name geändert) sah seine Chance gekommen, nachdem einige Joghurts herrenlos auf der Station herum standen. Flugs nahm er sie an sich und machte sich von dannen. Blöd nur, der Flur ist von Kameras überwacht und so nahm das Elend seinen Lauf: Zuerst räumte er dann auch sein Verbrechen ein und sicherte zu, Schadenersatz zu leisten.
Nur um kurz danach davon nichts mehr wissen zu wollen, so dass der Vorgang auf den Tisch seiner Magnifizenz wanderte, Vollzugsleiter Thomas G. persönlich. Ein Mann mit Abitur und Studienabschluss, der sich über den Vorgang beugte, mündliche Anhörungen durchführte und am Ende landet nun die Sache tatsächlich bei der Staatsanwaltschaft.
Sie wird nun von allen Seiten ermitteln dürfen! Ob sie, oder die Haftanstalt dazu eine eigene Sonderkommission Joghurt gründen werden, das muss heute noch offen bleiben.
Selbstredend wird nun gefühlt jeder zweite Insasse gefragt, ob er wohl wisse, wo man auf dem Schwarzmarkt gestohlene Joghurts los werden könne. Fritzi hingegen sitzt eher bedröppelt im Hof und lässt den Spott über sich ergehen.
Tja, wer braucht schon die ARD mit ihrer TATORT-Reihe, wenn hier das Verbrechen vor Ort seine Umtriebe feiert.
Thomas Meyer-Falk, c/o JVA (SV), Hermann-Herder-Str. 8, 79104 Freiburg https://freedomforthomas.wordpress.com
Hier das Radiointerview mit „Wie viele sind hinter Gittern“ vom 04.08.20
https://www.freie-radios.net/103759
Wer nichts zu verbergen habe, so lautet ein Argument, brauche nichts zu
befürchten. Ob vor der Polizei. Ob vor dem Verfassungsschutz. Auch die
Reform des Polizeigesetzes betreffe doch niemals unschuldige Menschen.
So lauten die Märchen. Wer heute hier am 5. Juli auf der Demo vor Ort
ist, ist schon im Visier von Polizei und von Verfassungsschutz. Landet
vielleicht in irgendwelchen Datenbanken. In Datenbanken aus denen sich
dann auch gerne mal Polizeikräfte privat bedienen.
Jetzt in diesen Zeiten werden die Grundlagen dafür geschaffen, um in
künftigen Jahren, streng nach Gesetz Menschen zu verfolgen und
einzusperren. Sobald sich die Verhältnisse weiter zuspitzen, kann sich
der Staat auf die heute geschaffenen Gesetze beziehen. Aber nicht nur
das. Vielleicht will jemand der heute hier ist in zwei, drei, fünf
Jahren in einer Firma arbeiten, die besonderen Sicherheitsanforderungen
unterliegt. Ob das dann möglich sein wird? Mit entsprechenden Einträgen
in den staatlichen Datenbanken wohl eher nicht.
Schon heute hat die Polizei ein Übermaß an Möglichkeiten. Da soll, da
darf keine Quentchen mehr dazu kommen!
Solidarische Grüße aus der Justizvollzugsanstalt
Thomas Meyer-Falk
Wie vor wenigen Tagen gemeldet, sind seit dem 8. Juli 2020 mehrere Insassen der JVA in Quarantäne (1.). Zudem verlässt nach etwas mehr als einem Jahr Sozialarbeiter B. die Anstalt (2.).
1.) Corona-Quarantäne in der JVA Freiburg
Am 8. Juli 2020 wurden fünf Sicherungsverwahrte abgeführt und in dem ehemaligen alten U-Haftgefängnis der JVA in die dort extra kürzlich errichtete Quarantäne-Abteilung gesperrt. Neben ihnen traf es auch einige wenige andere Gefangene. Am nächsten Tag folgten weitere drei Sicherungsverwahrte, sowie eine kleinere zweistellige Zahl an Strafgefangenen, welche jedoch in ihren Zellen bleiben durften. Nur die drei Sicherungsverwahrten, sie wurden in der Sicherungsabteilung der SV-Anstalt eingesperrt. Hintergrund ist eine offenbar bestätigte Infektion eines Werkbetrieb-Meisters, und alle mit ihm tätigen Insassen wurden vorsorglich isoliert.
– Kritik der Insassen –
Kritikwürdig fanden Insassen der SV, wie mit ihnen umgegangen wurde, denn man steckte sie in leere Zellen, in denen nur Bett, Tisch, Stuhl, Schrank und WC stand. Erst nach eindrücklichen Interventionen, einer rief sogar extra seinen Anwalt an, wurde ihnen ein Teil ihrer Sachen aus den regulären Zellen geholt und gebracht. Desinfektionsmittel für Inhaftierte gibt es nach wie vor nicht. Die aus Bettlaken hergestellten Mund-Nase-Schutzmasken werden von Bediensteten oftmals als Halstuch missverstanden.
Und Therapiesitzungen finden nach wie vor in engen, kleinen und stickigen Büros statt (erst vor wenigen Tagen wurde berichtet, dass gerade solche Situationen das Infektionsrisiko erhöhen, sollte einer der Beteiligten VirusträgerIn sein).
– Unruhe unter den Insassen –
Gerade weil viele Insassen an einschlägigen Vorerkrankungen leiden (einer der Quarantäne-Betroffenen ist 46, hat aber schon Schlaganfall und Herzinfarkt hinter sich), sind diese besonders besorgt um Ihre Gesundheit und ihr Leben. Auch wenn der Leiter der SV-Anstalt, Thomas G., beteuert, die Anstalt habe keinerlei Interesse an einem Coronaausbruch, muten viele der Maßnahmen eher improvisiert an.
2.) Sozialdienst-Mitarbeiter B. verlässt JVA Freiburg
Seit knapp einem Jahr war B. in der JVA tätig (zu seinem Einstieg vgl. https://freedomforthomas.wordpress.com/2019/08/28/shorty-bekommt-sicherungsmassnahmen/). Der sechste Sozialarbeiter auf der liebevoll-sarkastisch als „Todesstation“ bezeichneten Station 5/2, in immerhin sieben Jahren! Auch wenn der Alltag nicht immer frei war von Konflikten, kam es doch gelegentlich zu dem ein oder anderen spannenden Gespräch, denn B. hatte seine Bachelor-Arbeit über Trauerprozesse geschrieben. Ein Thema, das vor wie hinter den Mauern mehr Beachtung verdienen würde.
Warum er geht ist offen, die Zeche zahlen erst mal die Insassen, da nun erst ein/e neue/r Sozialarbeiter/in gefunden und eingearbeitet werden muss. Dies trifft besonders jene Insassen, die nicht über Außenkontakte verfügen, wo also der Sozialdienst so etwas wie einen Anker im Haftalltag darstellt.
Thomas Meyer-Falk, z. Zt. Justizvollzugsanstalt (SV), Hermann-Herder-Str. 8, D-79104 Freiburg