Uniklinik Freiburg plant 350 Stellen abzubauen – Gewerkschaft verdi kündigt harten Widerstand an!

An der Uniklinik Freiburg sollen in den kommenden Jahren bis zu 350 der rund 11.000 Stellen wegfallen. Laut der Uniklinik Freiburg gab es 2024 ein Defizit von 56 Millionen Euro.

Der geplante Stellenabbau trifft nicht nur die Beschäftigten, sondern auch die Patient:innen und die gesamte Gesundheitsversorgung in der Region. Gewerkschaften warnen vor einer weiteren Verschärfung der Arbeitsbedingungen sowie einer Verschlechterung der Versorgung der Patient:innen. Die Frage ist: Wer trägt die Verantwortung für diese Krise, wie lässt sie sich stoppen? Darüber sprach ich im Mittagsmagazin von Radio Dreyeckland mit Gewerkschaftsekretär Ingo Busch von der Gewerkschaft ver.di Südbaden Schwarzwald.

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Osthang weiterhin von Räumung bedroht – „Wir versuchen das weiterhin lebendig zu halten“- sagt die Bürger*innen-Inititative

Der Osthang auf der Mathildenhöhe in Darmstadt ist seit vielen Jahren ein selbstverwalteter, unkommerzieller Kulturraum, den Menschen mit Kunst, Musik und Austausch lebendig gehalten haben. Jetzt steht dieser Ort durch ein geplantes Neubauvorhaben für ein Besucherzentrum vor dem Ende. Aktivist:innen protestieren seit Dezember gegen geplante Baumfällungen und für den Erhalt der grünen Fläche und des kulturellen Freiraums.

Trotz eisigen Temperaturen harrten sie in Hängematten, die zwischen den von der Rodung bedrohten Bäumen gespannt sind. aus, um den Osthang zu verteidigen. Ein erster Versuch der Rodung im Dezember konnte verhindert werden. Im Mittagsmagazin von Radio Dreyeckland, sprachen ich mit Leonie von der Bürger*innen Initiative „Osthang bleibt“ über den Stand der Dinge, die Bedeutung des Protests und wie es weitergehen kann.

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Kommentar zum Urteil im Fall Mahdi ben Nacer – „Formal ein Erfolg- dennoch anerkennt BGH nicht die rassistische Dimension!“

Der Fall des kurz vor Weihnachten in Südbaden getöteten Geflüchteten Mahdi ben Nacer hatte überregional Schlagzeilen gemacht. Der Täter, er legte bald ein Geständnis ab, war vielfach auffällig mit rechtsextremen und antisemitischen Äußerungen, in seinem Haus fand die Polizei einschlägige Literatur und Bilder. Aber das in der Provinz liegende Landgericht Waldshut-Tiengen wollte partout keine rechtsextreme Motivation erkennen. Die Schwester des in Tunesien geborenen Geflüchteten war es, die Revision einlegte. Kürzlich hob der Bundesgerichtshof auf diese Revision hin, das Urteil auf und gab die Sache zur neuen Entscheidung an das selbe Landgericht zurück.

Immer wieder war von einem großen Erfolg die Rede- ich sehe das in meinem Kommentar auf Radio Dreyeckland differenzierter, denn der Bundesgerichtshof führt letztlich die Ignoranz des Landgerichts fort, was die rassistische Komponente anbelangt.

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„Free all Antifas!“ – Sprechchöre im Gerichtssaal – Der Prozess gegen Antifaschist:innen vor dem OLG Düsseldorf hat begonnen!

Erste Unterstützer:innen versammelten sich am 13.Januar 2026 schon zu früher Stunde vor dem Hochsicherheitsbunker des Düsseldorfer Oberlandesgerichts, um ihre Solidarität mit jenen zu zeigen, die ab heute hier vor Gericht stehen würden. Einige Angehörige der Beschuldigten hielten vor zwei extra aufgebauten Pavillons, erste kämpferische Reden. Sie kritisierten den Prozess unter anderem als überzogen und als Einschüchterungsversuch antifaschistischer Praxis.

Obwohl für den Prozessbeginn 10:30 Uhr angesetzt war, begann die Hauptverhandlung gegen die sechs jungen Antifaschist:innen, die von der Bundesanwaltschaft dem Umfeld der sogenannten „Antifa-Ost“-Szene zugerechnet werden, erst über eine Stunde später. Der massivste Vorwurf: Sie sollen im Frühjahr 2023 in Budapest, der Hauptstadt von Ungarn, Neonazis körperlich angegangen und verletzt haben. Die Bundesanwaltschaft wertet Teile der Angriffe als versuchten Mord.

Der Prozessauftakt an diesem Morgen verzögerte sich deshalb um etwas mehr als eine Stunde, da es strenge Einlasskontrollen gab. Der vorsitzende Richter Bachler meinte, er werde erst die Verhandlung eröffnen, wenn alle, die zuschauen wollten, dies auch würden tun können.

Auf der Anklagebank sitzen fünf Frauen und ein Mann im Alter zwischen 23 und 25 Jahren

Die sechs Angeklagten stammen aus Thüringen, Sachsen und Hamburg. Sie werden beschuldigt, sich ab dem Frühjahr 2022 an einer Reihe von Angriffen auf Neonazis beteiligt zu haben. Die Anklage hat eine besondere Brisanz, denn die Bundesanwaltschaft wirft den Antifaschist:innen vor, das staatliche Gewaltmonopol in Deutschland durch organisierte militante Aktionen nicht nur infrage zu stellen, sondern abzulehnen.

Die Bundesanwaltschaft stellt den Prozess als einen zentralen Bestandteil ihrer staatlichen Extremismusbekämpfung dar

Laut Anklage sollen die Beschuldigten angeblich Mitglieder einer „militanten linksextremistischen kriminellen Vereinigung“ gewesen sein. Sie hätten sich an gewaltsamen Aktionen gegen Personen beteiligt, die sie der rechten Szene zugehörig hielten. Ihnen wird vorgeworfen, im Rahmen dieser Aktionen unter anderem mit Schlagstöcken und einem Hammer auf Nazis eingeschlagen zu haben.

Wird die Öffentlichkeit ausgeschlossen?

Noch bevor die Anklage verlesen wurde, verhandelte das Gericht die Frage, ob der Prozess möglicherweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu führen sei. Denn einige der Angeklagten waren zum Zeitpunkt der vorgeworfenen Taten noch keine 21 Jahre alt, also rechtlich gesehen Heranwachsende. Angesichts der Entscheidung der US-Regierung unter Trump, aber auch der aus Ungarn, „Antifa-Ost“ als Terrororganisation zu listen, bestünden möglicherweise Bedenken gegen eine öffentliche Verhandlung. Nach einer 30-minütigen Sitzungsunterbrechung entschied der Senat, dass das Verfahren – auch wegen des sehr hohen öffentlichen Interesses – weiterhin öffentlich sein werde.

„Die Verteidigung spricht von politischer Kriminalisierung und überzogener Anklage.“

Nachdem die drei Vertreter:innen der Bundesanwaltschaft über eine Stunde benötigt hatten, um die Anklage zu verlesen, bekamen die Verteidiger:innen die Gelegenheit, in Erklärungen ein Opening Statement abzugeben. Sie wiesen die Vorwürfe als politisch motiviert und unverhältnismäßig zurück. Sie betonten, dass ähnliche Vorwürfe in anderen Verfahren vor Amtsgerichten verhandelt worden seien und nicht als Staatsschutzverfahren. Selbst die rechte ungarische Justiz erkenne keinen Tötungsvorsatz im Zusammenhang mit den Budapest-Vorwürfen. Immer wieder lachte leise einer der drei Staatsanwält:innen, schüttelte den Kopf- ganz so, als wolle er die Wahrheit nicht hören.

Rechtsanwalt Scharmer aus Berlin betonte in seinem Statement, er vertrete seit 20 Jahren Opfer rechter Gewalt, und in den wenigsten Fällen erhebe der Generalbundesanwalt Anklage gegen Neonazis. Aber auch im Umgang mit der Polizei, so Scharmer weiter, zeige sich der Generalbundesanwalt sehr zurückhaltend und nahm auf Fälle im Polizeirevier Dessau Bezug. Direkt im Revier, oder in dessen unmittelbarer Nähe, kamen mindestens drei Menschen ums Leben: Oury Jalloh, der in der Zelle verbrannte. Hans-Jürgen Rose starb unweit des Reviers und bis heute besteht der Verdacht, dass er im Polizeirevier von Polizist:innen so brutal misshandelt wurde, dass sie ihn zum Sterben ins Freie schafften. Mario Bichtemann wiederum wurde tot in seiner Zelle gefunden, gestorben an einem Schädelbasisbruch. Die Bundesanwaltschaft habe Ermittlungen abgelehnt, denn weder gebe es Anhaltspunkte für rassistische, noch für politische Motive. Selbst wenn Polizist:innen Oury Jalloh ermordet hätten, sei „das Vorliegen einer staatsschutzrelevanten Eignung der Tat, die Sicherheit des Staates zu beeinträchtigen“ auszuschließen., so die Bundesanwaltschaft in ihrer Verfügung über die Ablehnung der Aufnahme von Ermittlungen. Es sei schon auffällig, so Anwalt Scharmer, wenn gegen Linke sämtliche Instrumente des Staates aufgegriffen würden, die dieser zu bieten habe, aber wenn es um Neonazis und mögliche Mordtaten in einem Polizeirevier gehe, man sich quer stelle.

Nach diesem und während weiterer Statements gab es Applaus aus dem Publikum, den der Vorsitzende gelassen hinnahm. Auch als nach einer Prozesspause nicht alle aufstanden, als die Richter:innen den Saal betraten, meinte der Vorsitzende nur lapidar: „Wer Rücken hat, kann sitzenbleiben“.

Ein Wachtmeister unterbindet eine Solidaritätsgeste

Nicht so gelassen reagierte ein tätowierter Wachtmeister im kurzärmligen Shirt, wie er hier in der Bildergalerie zu sehen ist. Seinen Namen wollte er der Presse auch auf mehrfache Nachfrage nicht verraten: Er hatte kurz zuvor einer der Angeklagten, die ihr Gesicht vor den Fotograf:innen und Kameraleuten schützen wollte, den Hefter, den sie sich vor das Gesicht gehalten hatte, weggerissen. Wie später die Pressesprecherin Christina Klein-Reesink auf Nachfrage erklärte, sei dies erfolgt, weil der Satz „Solidarität mit Maja“, der auf dem Hefter zu lesen war, im Gerichtssaal so nicht gezeigt werden dürfe. Dies beruhe auf einer sitzungspolizeilichen Anordnung des sonst so gelassen auftretenden Vorsitzenden, diese verbiete das zeigen solcher Bekundungen.

Der Prozess wird auf den kommenden Prozesstag vertagt

Kurz vor 15 Uhr wurde der Prozess nach Intervention von Rechtsanwalt Hoffmann unterbrochen. Er wies darauf hin, seine Mandantin brauche jetzt entweder eine richtige Mittagspause, oder man verhandele eben am kommenden Dienstag weiter.

Der Vorsitzende meinte, er sehe das unkritisch, und beendete den ersten von mindestens 72 Verhandlungstagen. Die Sitzung war noch nicht richtig geschlossen, da tönten wieder die Rufe „Free all Antifas“ und „Ihr seid nicht allein“ aus dem Zuschauer:innenbereich. Aber auch, angeregt durch das Statement von Rechtsanwalt Scharmer: „Oury Jalloh- das war Mord!“

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Silvesterkundgebung vor Freiburger Gefängnis – „Es fehlen die Gefangenen!“: ein atmosphärischer Rückblick

Am 31. Dezember 2025 fand vor und um die Freiburger Justizvollzugsanstalt die Silvesterkundgebung statt. Kurz nach 18 Uhr versammelten sich um die einhundert Menschen vor dem 1878 fertiggestellten Gefängnis. Auch die Polizei war zahlreich vor Ort, mit Helmen am Gürtel und latent aggressivem Auftreten: denn kaum war der Demonstrationszug losgelaufen, wurde er von der Polizei schon gestoppt. Auf Frage von Radio Dreyeckland was der Anlass hierfür sei, teilte ein Polizist mit, es seien aus der Kundgebung heraus verbotenerweise Raketen gezündet und über die Gefängnismauer geschossen worden.

Der Stimmung tat der vorübergehende Stopp keinen Abbruch, die Menge skandierte lautstark „Hass, Hass, Hass, wie noch nie“. Der Demonstrationszug konnte erst nach rund 15 Minuten weiter gehen.

Radio Dreyeckland hat, wie in den vergangenen Jahren, die Kundgebung live übertragen.
Einen 6-minütigen atmosphärischen Eindruck kann bei Radio Dreyeckland hier gehört werden.

Wer sich lieber den einen einstündigen Mitschnitt anhören möchte, findet diesen hier.

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Venezuela: Präsident in die USA entführt – Wie blicken Menschen in Kolumbien auf diese Eskalation?

Die USA sind am Samstag, den 03.01.2026 in Venezuela mit Militär eingedrungen und haben Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro, sowie seine Ehefrau in die USA entführt. Ein Präsident, der lebendig aus seiner Hochburg verschleppt wurde.  Ein Militäreinsatz der USA der massive Fragen aufwirft: nach Völkerrecht, nach innerem Verrat, nach der Stabilität Venezuelas sowie nach Folgen für ganz Lateinamerika. Aber auch danach wie es den Menschen im Nachbarland Kolumbien mit alledem ergeht.

Ich sprach am Tag nach der Entführung Maduros, für Radio Dreyeckland, mit unserem RDL-Kollegen David, der sich aktuell in Kolumbien befindet.

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Erneuter rechter Angriff auf Zelle79 in Cottbus – „Wir müssen uns organisieren, um die Rechten zurückzudrängen!“, sagt Pfarrer Lukas Pellio

Das Jahr 2025 endete für das linke Projekt Zelle79 in Cottbus mit einem großen Schrecken: wieder ein rechter Angriff, diesmal mit Sprengstoff. Auch wenn niemand körperlich verletzt wurde, der Schreck sitzt tief. Radio Dreyeckland sprach mit Lukas Pellio, von der Initiative Sichere Orte Südbrandenburg über den Anschlag, die Folgen und was nun zu tun ist.

In der Nacht zum 30. Dezember wurde das alternative Hausprojekt Zelle79 in Cottbus angegriffen. Ein pyrotechnischer Sprengkörper explodierte direkt am Eingang, zerstörte Tür und Briefkasten, Glassplitter und Holz flogen mehrere Meter weit. Anwohnende hörten noch in 100m Entfernung die Explosion. Nur durch Zufall wurde niemand verletzt. Zelle79 ist seit Jahren Ziel rechter Angriffe.

Die „Omas gegen Rechts“ in Cottbus riefen noch am selben Tag zu einem solidarischen Schutz von Zelle79 auf, um insbesondere in der Silvesternacht die Menschen dort vor weiteren Naziangriffen zu schützen.

Über all das sprach ich für Radio Dreyeckland am 05.01.2026 mit Pfarrer Lukas Pellio, dem Sprecher der Initiative Sichere Orte Südbrandenburg.

Pellio betont, dass es nicht ausreiche sich auf die Polizei zu verlassen, sondern neben zivilgesellschaftlicher Solidarität sei es erforderlich, sich so zu organisieren, dass die Rechten Angst bekommen und sich nicht mehr weiter auszubreiten trauen. 

Das Interview kann hier nachgehört werden.

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Seit 21 Jahre in Isolationshaft – „Ich bleibe immer auf mich zurückgeworfen“, so Christian Bogner

Christian Bogner ist 70 Jahre alt, seit über 21 Jahren sitzt er in Isolationshaft. Mehrfach in den vergangenen 50 Jahren erfolgreich aus Gefängnissen geflohen, wurde er nach seiner letzten Flucht am 26. Oktober 2004 aus der JVA Lübeck nur Tage später festgenommen. Weil er während der Flucht einen Menschen getötet haben soll, wurde Christian Bogner zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Gegen dieser Verurteilung läuft zur Zeit ein Wiederaufnahmeantrag. Seit seiner Festnahme Ende Oktober 2004 wird er von der Justiz in Sicherheitsstationen in Einzelhaft gehalten.

Seine Situation wirft zentrale Fragen auf: Wie viele Jahre ohne echten sozialen Kontakt sind psychisch und körperlich verantwortbar? Studien bezeichnen extrem lange Isolation als traumatisierend, manche Expert*innen sprechen bei langjähriger Einzelhaft von Folter. Wie wirkt sich extrem lange Isolation auf Menschen aus?

Wie hat die langjährige Isolation Christian Bogners Erleben verändert, wie schaut er aus seiner Zelle in der JVA Oldenburg, auf sich selbst und auf das Thema Isolationshaft?

Für Radio Dreyeckland konnte ich mit Christian telefonieren und ihn so interviewen.

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